Bachelor und Master – Der Bologna-Prozess

Auch bei den auf dieser Seite vorgestellten Mode Studiengängen sieht man auf den ersten Blick, dass nur noch Studiengänge mit Bachelor oder Masterabschluss angeboten werden. Wieso ist das so und was bedeuten diese beiden Studienabschlüsse für dein Studium? Wir geben nachfolgend Antworten.

Die Bologna-Erklärung

Im Jahre 1999 haben sich die Regierungsvertreter aus 29 europäischen Ländern in der italienischen Stadt Bologna darauf geeinigt, einen übergreifenden europäischen Hochschulraum einzuführen. Mittlerweile ist die Umstellung fast abgeschlossen und über 40 Staaten nehmen daran teil.

Ziele der Bologna-Reform

Das übergeordnete Ziel ist, die Studienabschlüsse in ganz Europa und auch weltweit vergleichbar zu machen. Damit soll der zunehmenden Internationalisierung Rechnung getragen werden. Ein Hochschulabsolvent aus Deutschland soll anhand seines Abschlusszeugnisses genau mit einem italienischen Hochschulabsolventen vergleichbar sein. So sollen die internationalen Jobmöglichkeiten steigen.

Ein weiteres wichtiges Ziel war die Verkürzung der Studienzeit. In Deutschland musste man in Diplom- und anderen Studiengängen mindestens 8 Semester, also 4 Jahre, studieren, bis man auf den Arbeitsmarkt losgelassen wurde. Die neuen Bachelorstudiengänge sind auf 6 Semester, also nur noch 3 Jahre, ausgerichtet. So soll ein schneller Einstieg in die Berufswelt ermöglicht werden.

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Bachelor und Master – Zwei Abschlüsse?

Mit dem Bologna-Prozess wurden auch zweistufige Studienabschlüsse eingeführt. Der Bachelor soll generell auf den Berufsstart vorbereiten. Daher nennt man ihn „berufsqualifizierend“. Nur wer will, sattelt dann einen Master von weiteren vier bis sechs Semestern drauf. Man kann auch erst einmal arbeiten und den Master später nachholen, zum Beispiel mit einem berufsbegleitenden Studium.

Ursprünglich hatten die Hochschulen und Bildungsminister damit gerechnet, dass sich eine überwiegende Zahl der Studierenden mit einem Bachelor begnügt. Nun stellt sich aber heraus, dass die Zahl derer, die direkt an ihr Bachelorstudium noch einen Master anhängen wollen, teilweise bis zu 10x höher ist, als Studienplätze vorhanden sind. Hier müssen die Hochschulen also noch nachbessern.

Was hat sich an den Studieninhalten geändert?

Früher hat man mit jeder bestandenen Prüfungen einen „Schein“ erhalten, die man dann gesammelt bei der Zulassung zur Abschlussarbeit vorlegen musste. Mit den Bachelor- und Masterstudiengängen sammeln die Studierenden mit jeder bestandenen Prüfung bzw. entsprechend besuchten Kursen Credit Points nach dem ECTS-System (European Credit Transfer System). Nur wer eine bestimmte Anzahl an Punkten erreicht, kann sich für die Bachelor- oder Masterthesis, also Abschlussarbeit, anmelden.

Wo finde ich weitere Informationen?

Der Wikipedia-Artikel ist natürlich empfehlenswert. Darüber hinaus gibt es bei der ZEIT eine ausführliche Frage-und-Antwort-Seite und beim Bildungsserver ein gutes Linkverzeichnis.

Interessante Berichte, wie es mit der Umstellung auf Bachelor und Master klappt, kann man unter anderem beim Deutschlandradio und beim Focus nachlesen.