Studienfinanzierung

Ein Studium bringt viele Zukunftschancen mit sich. So ist die Arbeitslosenquote unter Akademikern deutlich geringer als unter Nicht-Akademikern. Und auch die Verdienstmöglichkeiten sowie die Möglichkeiten, einen Job auszuwählen, der einem auch wirklich Spaß macht, sind mit dem Abschluss eines Studiums meist besser. Allerdings ist vor die Berufszeit als Akademiker die Zeit als Student gesetzt. Und da ist oft Ebbe im Geldbeutel. Laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks kostet ein Studium monatlich zwischen 550 und 1.100 Euro. Die genauen Kosten hängen natürlich von der Stadt, den erhobenen Studiengebühren und weiteren Faktoren ab. Dennoch sieht man an diesen beiden Zahlen deutlich, dass es keine Kleinigkeit ist, sich ein Studium zu finanzieren. Die meisten Studierenden ermöglichen sich die Studienfinanzierung durch einen Mix aus Elternunterstützung und weiteren Einnahmen. Insgesamt kommt dabei heraus, dass jedem Studierenden im Schnitt 770 Euro monatlich zur Verfügung stehen.

Damit du für dein Mode Studium die Finanzierungsmöglichkeiten kennst, haben wir nachfolgend eine umfangreiche Liste zusammengestellt.

1. Die Eltern & Familie

Natürlich sind die Eltern und darüber hinaus die Familienmitglieder immer die ersten Ansprechpartner, wenn es um die Studienfinanzierung geht. Die Unterstützung reicht hier je nach Lebens- und Einkommenssituation von einer Komplettfinanzierung bis hin zur einfachen Überlassung des Kindergelds. Zur Unterstützung ihrer Kinder sind Eltern sogar gesetzlich verpflichtet: Gemäß §§ 1601 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), insbesondere § 1610 Abs. 2 BGB, sind sie auch gegenüber ihren volljährigen Kindern in Ausbildung unterhaltsverpflichtet. Etwa 90 % der Studenten erhalten eine finanzielle Unterstützung durch ihre Eltern. Im Schnitt beträgt die Unterstützung 448 €.

Ist die Leistungsfähigkeit (beamtendeutsch für die Höhe des Betrags, den die Eltern zur Unterstützung aufbringen können) der Eltern erschöpft, kommt das BAföG zum Tragen.

2. Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)

“Der soziale Rechtsstaat, der soziale Unterschiede durch eine differenzierte Sozialordnung auszugleichen hat, ist verpflichtet, durch Gewährung von individueller Ausbildungsförderung auf eine berufliche Chancengleichheit der jungen Menschen hinzuwirken.” So lautet die Gesetzesbegründung für das BAföG. Gemeint ist damit, dass der Staat es auch Kindern aus finanziell schlechter gestellten Familien ermöglichen muss, sich ein Studium leisten zu können.

Der Höchstsatz, den man als BAföG-Förderung zur Studienfinanzierung erhalten kann, liegt bei 648 Euro im Monat. Die eine Hälfte des Betrags ist quasi geschenkt, die andere Hälfte muss man später im Berufsleben zurückzahlen. Wie hoch der Satz ist, den man erhält, hängt von den eigenen Vermögenswerten, dem Stand des Kontos und natürlich der finanziellen Situation der Familie ab. Wer ausrechnen möchte, wie hoch sein BAföG-Anspruch ungefähr ist, kann zum Beispiel diesen BAföG-Rechner benutzen.

Weitere ausführliche Informationen gibt es auf der offiziellen Seite http://www.das-neue-bafoeg.de/ und zum Beispiel bei http://www.bafoeg-rechner.de.

Anzeige

3. Stipendium

Ein Stipendium ist immer eine besondere Form der Studienfinanzierung. Nicht nur, dass man von einer Organisation, einer Stiftung oder auch von Privatpersonen quasi Geld geschenkt bekommt – bei vielen Stipendien hat man noch weitere Vorteile, wie zum Beispiel Coachings, Gastvorträge interessanter Persönlichkeiten und auch die Möglichkeit des Networkings. Natürlich sind Stipendiengeber darauf bedacht, nur die besten Studierenden zu sponsern. Daher geht der Stipendienvergabe oft ein längerer Bewerbungsprozess voraus.

Entgegen dem allgemeinen Vorurteil, dass ja sowieso nur Streber und Personen, die ehrenamtlich tätig sind, solche Stipendien erhalten, ist es auch für den „Otto Normalstudent“ durchaus möglich, finanziell unterstützt zu werden. Man muss sich nur gut informieren und sich beim Bewerbungsablauf wirklich Mühe geben. Vor allem sollte man sich nicht nur bei den großen Stiftungen bewerben, sondern auch mal die kleineren Verbände und Organisationen recherchieren. Dabei helfen zum Beispiel die Stipendiendatenbank von E-Fellows oder der http://www.stipendienlotse.de des Bundesministeriums.

4. Jobben als Studentischer Mitarbeiter/ Studentische Hilfskraft

Fast alle Studierenden arbeiten noch neben dem Studium. Zum Einen füllt die Arbeit natürlich das Konto auf, so dass man sich auch mal teurere Klamotten oder einen Urlaub leisten kann, zum Anderen ist ein studentischer Job natürlich eine exzellente Möglichkeit, bereits während des Studiums Praxiserfahrung zu sammeln. Und das ist wichtig, denn die meisten Arbeitgeber messen diesen studentischen Jobaktivitäten bei der Bewerbung einen hohen Stellenwert bei.

Wer kein BAföG bekommt, sollte darauf achten, dass er nicht mehr als 7.680 Euro im Jahr verdient. Wenn man einen Cent mehr verdient, muss man das Kindergeld für das Jahr zurückzahlen. Und dann hat sich die Arbeit nicht gelohnt. Wenn du BAföG erhältst, darfst du monatlich auch nur bis zu 400 Euro dazuverdienen. Eigene Arbeit trägt bei 60 % der Studenten zur Studienfinanzierung bei. Hier werden im Schnitt 308 € erwirtschaftet.

Was man ansonsten beim Thema „Jobben als Student“ beachten muss, hat zum Beispiel das Studentenwerk zusammengestellt. Eine Jobbörse für Studenten gibt es unter http://www.studentenjobs24.de. Zudem findet sich bei der ZEIT ein interessanter Artikel mit hilfreichen Links.

5. Bildungskredit

Wer sich mit den oben genannten Möglichkeiten nicht alle Kosten des Studiums finanzieren kann, der ist eventuell auf Kredite angewiesen. Neben einer Vielzahl von Krediten, die von privaten Unternehmen vergeben werden (siehe unten) ist der KfW Bildungskredit eine Möglichkeit, die der Staat geschaffen hat. Studierende im Bachelorstudium können den Bildungskredit ab dem 3. Semester beantragen, im Master- oder anderen Studium ist es ab dem 5. Semester möglich. Der ausgezahlte Betrag beträgt zwischen 100 und 300 Euro im Monat und wird maximal 24 Monate lang gezahlt. Das Besondere beim Bildungskredit: Es ist auch eine Einmalzahlung möglich und die Zinsen für die Rückzahlung werden sehr niedrig gehalten.

Die Infos der KfW Bank gibt es hier. Eine weitere Informationsmöglichkeit findet man hier zum KfW Bildungskredit.

6. Studienkredite, Bildungsfonds & Co

Im Gegensatz zum staatlich veranlassten Bildungskredit gibt es mittlerweile auch einen sehr großen Markt für privatwirtschaftliche Studienkredite. Der Markt ist recht unübersichtlich, weshalb man sich sehr gut über die verschiedenen Konditionen der Banken und Anbieter informieren sollte. Das gilt auch deshalb, weil nicht jeder Studierende einen Studienkredit bewilligt bekommt. Die Gewährung ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden, die von Anbieter zu Anbieter variieren.

Eine gute Übersicht über Studienkredite und Bildungsfonds findet sich bei studis-online.de. Über Bildungsfonds kann man sich auch auf der offiziellen Webseite http://www.bildungsfonds.de informieren. Außerdem hat die Stiftung Warentest die Studienkredite bewertet. Den kostenpflichtigen Download gibt es hier.  Allerdings sollte man natürlich die Zinsen und Bedingungen nochmal nachrecherchieren, da sie sich bei den Anbietern jederzeit ändern können.