Duales Studium Mode als Option?


Sicherlich hast du auch schon vom dualen Studienmodell gehört. Diese Kombination aus Vorlesungen und dem Sammeln beruflicher Erfahrungen wird in Deutschland immer beliebter. Allein in den letzten sechs Jahren ist die Anzahl der dualen Studiengänge um mehr als 34% gestiegen. Da es auch im Modebereich duale Studiengänge gibt, geben wir in diesem Artikel einen Überblick über das Thema und listen unten ebenfalls die entsprechenden Studienangebote im Bereich Mode auf.

Duales Studium – Allgemeine Informationen

Die Hochschule Reutlingen hat in einer Studie herausgefunden, dass sich immer mehr und vor allem immer bessere Schulabgänger für ein duales Studium entscheiden. Der Abidurchschnitt der Vergleichsgruppe dualer Studenten war etwas besser als der Abischnitt der Uni-Studenten. Dies bedeutet, dass ein duales Studium immer akzeptierter wird und das Image, dass nur diejenigen dual studieren, die einen zu schlechten NC für ein Studium an einer Uni oder FH haben, abgelegt wird. Ein duales Studium ist von Schulabgängern und Unternehmen mittlerweile äußerst akzeptiert und bietet interessante Möglichkeiten.

Wie funktioniert ein duales Studium? Die folgende Abbildung kann das Studienmodell verdeutlichen:
Duales Studium Mode

Ein duales Studium besteht sowohl aus praktischen, als auch aus theoretischen Inhalten. Die praktischen Inhalte werden dabei in einem Unternehmen gesammelt, bei dem man sich vorher beworben hat. Die theoretischen Inhalte lernt man dann an der Berufsakademie oder Hochschule, die in Partnerschaft mit dem entsprechenden Unternehmen das duale Studium durchführt. Insgesamt gibt es in Deutschland vier verschiedene duale Studienmodelle. Für Schulabgänger sind vor allem die ausbildungs- und praxisintegrierenden Studiengänge interessant. Bei einem ausbildungsintegrierenden dualen (Mode-)Studium absolviert man neben dem Studium auch noch eine Ausbildung im Betrieb. Die Ausbildung schließt meistens mit einem IHK-Abschluss ab, es gibt aber auch noch andere Abschlüsse. So kann man sich zum Beispiel zum Textilbetriebswirt ausbilden lassen und gleichzeitig den Bachelor in Textilmanagement studieren. Bei einem praxisintegrierenden dualen Studium fällt die Ausbildung weg, sondern der Student ist als Langzeitpraktikant beschäftigt. Auch hierfür erhält man natürlich eine Vergütung und meistens zahlt der Betrieb auch die Studiengebühren. Wer schon eine Ausbildung begonnen hat und sich dann noch akademisch weiterbilden möchte, der kann ein berufsintegrierendes oder ein berufsbegleitendes duales Studium zusätzlich beginnen. Hierbei wird, je nach Variante, die Arbeitsbelastung auf Teilzeit heruntergestuft und in der restlichen Zeit absolviert man ein Fernstudium, unterstützt vom Arbeitgeber.

Die Organisation der dualen Studiengänge ist in Deutschland leider Bundesländersache und damit nicht zentral geregelt. In nahezu jedem Bundesland gibt es unterschiedliche Regelungen zu Berufsakademien, Hochschulen, Abschlüssen etc. Daher ist es wichtig, dass man sich frühzeitig informiert. Ein Vorreiter ist Baden-Württemberg. Dort wurde in den 1970er Jahren auch als erstes das duale Studiensystem eingeführt und bis heute weiterentwickelt. Mit der DHBW hat Baden-Württemberg derzeit die einzige staatliche Hochschule, die sich nur um diese Studienform kümmert. In Rheinland-Pfalt gibt es zwar auch die „Duale Hochschule RP“, allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine Institution, sondern die Dachmarke für alle Berufsakademien und Fachhochschulen, die einen passenden Studiengang anbieten.

Apropos Berufsakademien und Fachhochschulen: Auch das ist unterschiedlich. In manchen Bundesländern sind die Berufsakademien für die duale Ausbildung/ das duale Studium zuständig. In anderen hingegen kann man an einer „normalen“ Fachhochschule dual studieren. Der Bachelor-Abschluss ist allerdings immer gleichwertig.

Bewerbung für ein duales Studium

Wie bewerbe ich mich für ein duales Studium, egal ob es im Bereich Mode sein soll, oder anderswo. Diese Grafik gibt zunächst einen bildlichen Überblick, wie die Bewerbung in den meisten Fällen funktioniert:
Duales Modestudium Bewerbung

Du siehst, am Anfang steht meistens die Suche nach einem passenden Ausbildungs- bzw. Praktikumsbetrieb. Die entsprechenden Stellenanzeigen findet man zum Beispiel über Suchmaschinen wie Google oder entsprechende Jobbörsen. In unserem Artikel zum Thema „Jobbörsen im Bereich Mode“ haben wir wichtige Portale aufgeführt. Zu den passenden Firmen schickst du dann deine Bewerbung, absolvierst Bewerbungsgespräche und Auswahlrunden und erhältst, wenn alles positiv verläuft, deinen Ausbildungs- bzw. Praktikumsplatz. Mit diesem Vertrag kannst du dich an der dualen Hochschule für einen Studienplatz bewerben.

Es ist allerdings nicht immer so, dass du dich direkt mit Abschluss des Arbeitgebervertrags bewerben kannst, manche Firmen verlangen, dass du erst die Probezeit erfolgreich bestehst (meistens drei bis sechs Monate lang), bevor das Unternehmen dann auch bereit ist, dass du dich an der Berufsakademie/ Fachhochschule bewirbst und die Firme deine Studiengebühren zu bezahlen hat.

Duales Studium im Bereich Mode – Die Studienoptionen

Leider gibt es in Deutschland im Bereich Mode noch nicht allzu viele duale Studienmöglichkeiten. Zumindest nicht, wenn der Studiengang auch unmittelbar mit Mode zu tun haben soll. Es wird öfters eine Ausbildung im Modebereich mit einem dualen BWL-Studium kombiniert, auch das hat seine Vorteile. Institutionen, an denen du dual studieren kannst, sind:

Wie bereits geschrieben, gibt es leider nicht mehr spezielle duale Mode Studiengänge. Allerdings bieten zahlreiche Unternehmen auch duale Studiengänge an der Schnittstelle von Mode und Betriebswirtschaft an. Große Modehäuser wie P&C suchen auf diese Weise Nachwuchskräfte ebenso wie Modelabels. Es gibt also für Studieninteressenten durchaus die Möglichkeit, ein duales Modestudium zu absolvieren. Wer bei Google oder in den entsprechenden Jobbörsen Suchbegriffe wie “duales Studium Mode” eingibt, findet passende Stellenausschreibungen.

Studienführer Mode