Motivationsschreiben für die Studienbewerbung / Was es ist, was rein muss – Tipps und Infos

Bewerbung Motivationsschreiben StudiumBei vielen Mode-Studiengängen gibt es ein individuelles Auswahlverfahren, zu dem auch die „Mappe“ mit eigenen kreativen Arbeiten gehört. Seit einigen Jahren verlangen die Bildungsanbieter obendrein zunehmend ein Motivationsschreiben, dies gilt besonders für die in diesem Bereich stark vertretenen privaten Hochschulen und Akademien. Wenn es nicht bei den erforderlichen Unterlagen aufgeführt ist, kannst du damit Pluspunkte sammeln, indem du es aus Eigeninitiative einreichst. Was ist dies genau für ein Schreiben und was gehört hinein? Hier erfährst du es.

Der Sinn der Sache

Kreative Studiengänge im Allgemeinen und die Modewelt im Besonderen werden oft verklärt. Viele Interessierte wissen gar nicht genau, was sie wirklich in Studium und Berufsleben erwartet oder unterschätzen die erforderlichen Fähigkeiten. Ein Motivationsschreiben kann solche Dinge schnell ans Licht bringen. Wie der Name schon sagt, geht es in diesem Schriftstück um die eigene Motivation, also um die Frage „Warum ist genau dieser Studiengang das Richtige für mich?“ oder „Warum bin ich genau die/der Richtige für diesen Studiengang?“ Die Antwort ist natürlich für die Bildungsanbieter sehr entscheidend, soll doch die Zahl potenzieller Abbrecher so gering wie möglich gehalten werden.

Sich einen Vorteil verschaffen

Doch auch die Bewerberinnen und Bewerber profitieren von der Kontrolle der eigenen Motivation, denn im Falle einer Fehleinschätzung ist es besser, dies vor einem möglichen Studienbeginn festzustellen. Und wer bei der Mode genau am richtigen Platz ist, kann sich mit einem gelungenen Motivationsschreiben auf positive Weise abheben ‒ nicht selten ist es das I-Tüpfelchen, mit dem man sich schließlich im Aufnahmeverfahren durchsetzt.

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Wertvolle Ergänzung

Bewerbung Mode studiumDer Lebenslauf zeigt ein wenig von der persönlichen Geschichte des Bewerbers, Zeugnisse bescheinigen Stärken und Schwächen in den Schulfächern, die Mappe gewährt Einblicke in die kreativen Fähigkeiten ‒ soweit so gut. Wo aber finden sich Informationen wie „Schon als Kind erlernte ich den Umgang mit einer Nähmaschine und liebte es, mich in verschiedene Persönlichkeiten zu verwandeln. Seitdem gibt es für mich nur noch ein Ziel …“? Im Lebenslauf würde man dies nicht erwähnen. Nur das Motivationsschreiben kann also gewährleisten, dass auch das junge Schneidertalent Beachtung findet. Während die anderen Bewerbungsunterlagen eher eine Auflistung von Daten und Fakten darstellen, bietet diese Ergänzung also die Möglichkeit, den Menschen dahinter näher „kennenzulernen“, und das schon vor der Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Training für das Einstellungsgespräch

Weil das Motivationsschreiben ein Mittel der Selbstdarstellung ist, bietet es eine gute Möglichkeit, sich schon einmal im stillen Kämmerlein mit den eigenen Stärken zu befassen. Schüchterne Zeitgenossen neigen dazu, sich im persönlichen Einstellungsgespräch unter Wert zu präsentieren. Wer sich hingegen zuvor ausgiebig die persönlichen Pluspunkte bewusst gemacht hat und genau definieren kann, warum der Studiengang so gut passt, kann dies auch umso überzeugter im Gespräch vermitteln. Das schriftliche Fixieren trägt dazu bei, dass man sich die Begabungen quasi schwarz auf weiß „bescheinigt“.

Sich vorab Gedanken machen

Vor dem Verfassen des Motivationsschreibens ist es sinnvoll, in Ruhe über sich selbst nachzudenken: Welche meiner Fähigkeiten und Interessen sind relevant für das Modestudium? Wer sich etwa einen Zierpflanzengarten angelegt hat, zeigt eine weitere Facette der Kreativität, wer Regie im Schultheater führte, beweist obendrein Führungsqualitäten und Durchsetzungsvermögen. Aber Vorsicht, die Inhalte sollten auch nicht zu sehr an den Haaren herbeigezogen wirken. Erhalten ergänzende Interessen ein zu hohes Gewicht, könnte z. B. der Eindruck entstehen, dass ein Gartenbaustudium passender wäre oder dass private Hobbys kaum Zeit zum Lernen lassen. Das Gesamtbild muss stimmig sein, und natürlich sollte ganz klar der Studiengang / das Berufsziel im Vordergrund stehen, in diesem Fall die Mode.

Die Branche kennen

Um nicht am Studiengang vorbei zu schreiben, ist es auch wichtig, dessen Anforderungen genau zu kennen. So können sich technische Begabungen und Interessen sowie der Hinweis, dass die Modeindustrie schließlich oft mit der Arbeit am Computer einhergeht, deutlich besser machen als Sätze wie „Jedes Mal, wenn ich die Vogue lese, sehe ich schon meine Models über den Catwalk laufen“. Auch passende Schulpraktika und Nebenjobs können das Motivationsschreiben würzen, wenn dadurch deutlich wird, dass man die Realität der Branche bereits kennen gelernt hat.

Wie muss das Schreiben aussehen?

MotivationsschreibenHier zeigt sich das Motivationsschreiben (das natürlich auch in anderen Branchen ein Thema ist) wie gemacht für die Mode: Bis jetzt zumindest gibt es noch keine strengen Vorgaben oder Konventionen. Im Gegenteil: Standardformulierungen sollten vermieden werden, wer z. B. von online erhältlichen Vorlagen wörtlich „abschreibt“, muss damit rechnen, dass andere Bewerber dies auch tun. Unter Umständen erkennt die Hochschule den Wortlaut dann sogar wieder. Es besteht also ein gewisser kreativer Spielraum. Bei der Wortwahl und Gestaltung kannst du deine Individualität beweisen, etwa durch ein passendes einleitendes Zitat (z. B. eines bekannten Schriftstellers oder Designers), das zur Modewelt passt. Allerdings ist das Motivationsschreiben keine zweite „Mappe“, der Text sollte im Vordergrund stehen und klar strukturiert sein. Die Person, die das Schreiben liest und den Zweck sollte man auch nicht aus den Augen verlieren.

Interessen – Stärken ‒ Ziele

Diese drei Punkte sollte das Motivationsschreiben enthalten, am besten klar mit Zwischenüberschriften gegliedert. Auf jeden Fall gehört eine fundierte Begründung hinein, warum es genau dieser Studiengang sein soll und kein anderer. Sie passt z. B. gut als Überleitung von den Stärken zu den beruflichen Zielen. Außerdem sollte der Text widerspiegeln, dass man sich gut über den Studiengang informiert hat, etwa durch Worte wie „Vom Studium verspreche ich mir die optimale Verknüpfung kreativer und technischer Inhalte, zumal ich eine Spezialisierung in der Fachrichtung ‚intelligente Kleidung‘ anstrebe …“

Kurz und bündig

Als Faustregel für die Gesamtlänge gilt: Eine, höchstens zwei DIN A-4 -Seiten. Besser mit knackigen Sätzen das Wesentliche herausarbeiten (hier kann man nebenbei seine sprachlichen Qualitäten beweisen) als wiederholt über die eigenen Vorzüge schwadronieren. In der Bewerbungsmappe liegt das Motivationsschreiben in der Regel an dritter Stelle, nach Anschreiben und Lebenslauf, aber vor Zeugnissen und Referenzen.

Falls übrigens noch Fragen zur (kreativen) Mappe offen sind, empfiehlt sich auch ein Blick in diesen Beitrag