Die Mappe – alle Infos zur Kreativmappe bei Modedesign-Studiengängen

Wie sieht eine Mappe aus, was gehört rein und wie erstellt man sie am besten? Informiere dich hier umfassend über die Kreativmappe für ein Modedesign Studium.

Die Mappe ist eines der wichtigsten Bestandteile im Bewerbungsverfahren für Modedesign-Studiengänge. Sie ist Teil des Eignungstests und soll deine künstlerische Eignung unter Beweis stellen sowie deine Begeisterung für Design und deinen Sinn für Mode repräsentieren.

Viele Bewerber arbeiten mehrere Monate an der Erstellung ihrer Mappe! Es ist also sinnvoll, sich sehr früh mit der Mappe auseinanderzusetzen, um ein passendes Konzept zu finden und Arbeiten dafür zu erschaffen.

Schau dir hier Mappen-Beispiele an.

Grundlegendes zur Mappe

Zeige deinen eigenen Stil

Worauf man auf jeden Fall achten sollte, ist, dass in der Gestaltungsmappe für das Modedesign Studium der eigene Stil ausgedrückt wird. Es hilft nichts, sich zwanghaft nach anderen Stilen zu richten, das wird man für alle Inhalte der Mappe nicht durchhalten können. Mit der Einhaltung des eigenen Stils geht einher, dass die Entwürfe passend aufeinander abgestimmt sind, selbst wenn du völlig verschiedene Techniken anwendest.

Zudem empfiehlt es sich, für die Mappe sowohl künstlerische Haute Couture als auch "ganz normale" Alltagsmode zu entwerfen. Dazu dann noch Aktzeichnungen, Collagen oder auch Fotos. So bringt man etwas Vielfalt in seine Mappe. Inhaltlich geht es vor allem darum, den Prüfern zu zeigen, dass du dich mit etwas auseinandersetzen kannst, in diesem Fall dem Thema Mode und Trends. Man will sehen, wie du denkst und arbeitest und – nicht zu vergessen – dass es dir auch Spaß macht.

Äußerlich soll deine Bewerbungsmappe zeigen, dass du zeichnen kannst und dich mit Mode auskennst. Wer Startschwierigkeiten hat oder sich bestmöglich auf die Mappe vorbereiten will, sollte einen Mappenkurs besuchen.

Schneidern und Nähen ist eher nicht gefragt

Zwar dreht sich bei der Bewerbungsmappe fürs Modedesign Studium fast immer alles um das Thema Mode. Allerdings geht es nicht darum, richtige Kleidungsstücke zu nähen. Wenn du eine fertige Textilie als Bewerbung einschickst, könnte es durchaus sein, dass die Juroren die Fehler in deinen Entwürfen sehen und dich unter "eher unbegabt" oder "zu fertig" einordnen und dir eine Absage erteilen. Du musst dich nämlich auch fragen, was willst du mit einem eigenen Kleidungsstück veranschaulichen willst. Es wirkt nämlich schnell so, als dass du sagen willst, du kannst schon viel. Und dann wäre, hart ausgedrückt, das Studium ja fast überflüssig.

Auch auf die Hülle achten

Vergiss eins nicht: Die Bewerbungsmappe an sich. Die Prüfer sehen im Laufe eines Bewerbungsverfahrens meistens hunderte von Mappen. Du kannst dir vorstellen, dass Mappen mit Kaffeeflecken oder anderen Schmutzflecken da ganz schnell aussortiert werden. Das heißt aber nicht, dass die Mappe auch nochmal kunstvoll verziert werden muss. Sie soll nicht wichtiger daherkommen als der Inhalt.

Achte bei der Zusammenstellung der Mappe auf eine gewisse Geradlinigkeit. Damit in der Eile der Zulassungsprüfung für das Modedesign Studium auch eine vernünftige Begutachtung deiner Mappe gewährleistet ist, sollten alle Entwürfe auf gleich große Blätter geklebt werden. Für das Papier gilt: Je größer, desto besser, aber man sollte auch nicht übertreiben. A3 reicht vollkommen aus. Und du solltest auf jedem Blatt bzw. zu jeder Arbeit dazuschreiben, um welche Arbeit es sich hier handelt und was das Thema ist.

Inhalt

Was kann alles in eine Mappe? Die gute Nachricht: Alles geht. Ob du nun Zeichnungen, Collagen, Fotografien, Illustrationen in Farbe oder schwarz-weiß, Skulpturen, Webseiten, ein Modeblog, ein Instragram-Profil oder was auch immer du einreichen willst – es gibt keine Grenzen, wenn es um den Inhalt einer Kreativmappe geht. Viele Modeschulen fordern sogar explizit dazu auf, sich kreativ auszutoben. Nicht jedes Werk muss zwingend auf einem Blatt Papier eingereicht werden.

Sehr gut drückt es die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin aus:

"Bitte beachten Sie, dass diese Mappe Sie charakterisiert, wir möchten Sie über die Mappe kennenlernen - also seien Sie mutig in Ihren Ansätzen und Inspirationen, machen Sie sich auf die Suche nach eigenen Themen und recherchieren, reflektieren, notieren, zeichnen, illustrieren, fotografieren, malen, skribbeln, und collagieren Sie. In der Auswahl und Kombination der Mittel und in den Themen sind Ihnen keine Grenzen gesetzt."

Mögliche Inhalte im Überblick

  • Collagen: Stelle aus bestehenden Stoffen, Fotos und anderen Materialien etwas Neues zusammen. Nimm z.B. verschiedene Abbildungen von Kleidungsstücken (oder Teile von Kleidungsstücken) und füge sie neu zusammen.
  • Zeichnungen: Dazu gehören Detailzeichnungen von Körperteilen oder Produkten (z.B. ein Schuh), aber auch Aktzeichnungen.
  • Malereien: Während hingegen Zeichnungen ja eher schwarz-weiß sind, kannst du dich malerisch auch mit Farbe austoben. Zeige deine farb-analytischen Fähigkeiten, indem du z.B. in einem bestehenden Foto die herausstechendsten Farben in Farbquadraten nacharbeitest.
  • Fotos: Auch mit Fotos kann man sich ausdrücken. Nicht ohne Grund gibt es zahlreiche Modeblogs, die mit Fotos von sich und/oder modeaffinen Menschen viele Leser inspirieren.
  • Digitale Produkte: Ein Instragram-Account, der ein bestimmtes Konzept verfolgt (deine täglichen Erlebnisse interessieren hier nicht), ein Modeblog oder eine Webseite zum Thema Lifestyle und Fashion, sind ebenfalls passende Arbeiten.
  • Weitere Techniken: Du kannst z. B. auch einen Linoldruck einreichen. Auch Kartoffeldrucke gehen – es muss halt in den Zusammenhang passen und etwas darstellen. Vermeide es aber auf jeden Fall, von Fotos abzuzeichnen. Dass wird verständlicherweise nicht gerne gesehen und auch meist sofort entdeckt. 

Buchtipp

500 Elemente des Modedesigns

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Umfang

Was den Umfang angeht, solltest du dich streng an die Vorgaben der Modeschule, bei der du dich bewirbst, halten. Üblich sind 20 - 30 Arbeiten, manchmal werden auch nur zehn Entwürfe verlangt.

Zu wenig eingereichte Arbeiten können das Aus bedeuteten. Aber auch, wer mehr als 30 Arbeiten einreicht, fällt ggf. eher negativ als positiv auf. Wenn du auf der Webseite der Modeschule keine Info zum geforderten Umfang findest, frage einfach bei der Studienberatung nach.

Beispiele

Inspiration gefällig? Auch wenn natürlich immer gilt: Nie kopieren! – es lohnt sich andere Mappen anzusehen, um ein Gefühl für die geforderte Qualität der eingereichten Mappen zu bekommen. Wir haben uns deshalb Mappen von Modestudenten angesehen und stellen dir einige vor:

Beispiele für Mappen

Mappenberatung und Mappenvorbereitungskurs

Eine Mappe ist nicht mal eben so erstellt. Wie schon erwähnt: Monatelang arbeiten manche Bewerber an ihrer Mappe, um das bestmögliche Ergebnis abzuliefern. Sich Beratung und kreativen Input einzuholen oder Techniken weiter einzuüben, ist also ziemlich normal.

Viele Modeschulen bieten eine Mappenberatung an. An festen Tagen oder einem vereinbarten Termin kannst du mit deinen ersten Entwürfen bei der Studienberatung vorsprechen. Du bekommst ein direktes Feedback, welche Entwürfe Potenzial haben und woran du noch weiterarbeiten musst. Solche Beratungen finden als Einzelgespräch, manchmal auch in der Gruppe, statt. Einige Beratungen sind kostenlos, teilweise wird eine Gebühr (ca. 50 Euro) erhoben.

In einem Mappenvorbereitungskurs ist die Beratung noch intensiver und du lernst neue Techniken bzw. kannst unter professioneller Anleitung Mal- und Zeichentechniken üben. Mappenvorbereitungskurse dauern einige Tage oder mehrere Monate – für jedes Ziel ist etwas dabei. Anbieter gibt es in ganz Deutschland verteilt. Weitere Informationen dazu sowie eine Liste mit Anbietern für Mappenkurse findest du hier:

Mappenkurse

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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