Modedesign Studium

Eine Karriere mit Skizzenbuch, Nadel und Faden ist dein Traum? Hier bekommst du alle Infos, die du brauchst, wenn du dich für ein Modedesign Studium interessierst. Wir verraten dir, wie du Modedesigner wirst und listen dir auch gleich alle passenden Modeschulen und Hochschulen dazu!

Modedesigner planen, kreieren und entwickeln Bekleidung. Sie zeichnen ihre Entwürfe, um sie danach in Feinarbeit auszugestalten und bei Gefallen in Handarbeit zu einem Kleidungsstück zu nähen. Modedesigner orientieren sich dabei an aktuellen Bedürfnissen und Trends und verbinden so Käufer- und Herstellerseite. Des Öfteren erschaffen Modedesigner aber auch eigene Trends – das in der Regel jedoch erst, wenn sie einen gewissen Bekanntheitsgrad haben.

Die Modebranche ist einem ständigen Fortschritt unterworfen, dem sich Modedesigner anpassen müssen. Neue Technologien sowie gesellschaftsverändernde Faktoren, wie zum Beispiel nachhaltig/biologisch hergestellte Mode, erfordern ein gesteigertes Wahrnehmungsvermögen, viel Flexibilität und Entscheidungssicherheit. Die fachliche Eignung bezieht sich besonders auf ein gutes Farb- und Materialempfinden, zudem muss der Modedesigner ein sehr gutes Gefühl für Proportionen und Maße entwickeln.

Mit Studium oder Ausbildung zum Traumjob

Wenn dich diese Vielfalt reizt und du deinen Traum vom Modedesign verwirklichen willst, hast du zwei Optionen: Du kannst Modedesign studieren, also einen akademischen Abschluss an einer Hochschule erwerben, wie den Bachelor (und danach ggf. noch den Master machen), oder eine Ausbildung an einer Modeschule machen. Beide Varianten bereiten dich optimal auf den Berufswunsch Modedesigner vor, denn der kreative Praxisanteil ist in beiden Fällen hoch. Ein Studium ist in der Regel einfach umfassender, aber eben nicht der einzige Weg sich als Modedesigner zu qualifizieren.

Viele Modeschulen bieten sogar die Möglichkeit im Anschluss an die Ausbildung einen Bachelorabschluss zu erwerben. In dem Fall wird die Ausbildungszeit als Studienzeit berechnet und du musst lediglich für zwei Semester weiter studieren, um den Bachelorgrad zu erreichen.

Wusstest du, dass...

... eine Modenschau durchschnittlich 15 Minuten dauert, die Wartezeit aber bis zu 2 Stunden beträgt?

... das älteste Model auf dem Laufsteg, Carmen Dell´Orefice, 81 Jahre alt ist?

... Designer für ihre Modenschauen selbst bezahlen? Die Miete des Lincoln Center (New York) kostet z.B. zwischen 15.000 - 50.000 Euro und dazu kommen noch Kosten für die Stylisten, Maskenbildner, Haar-Stylisten und Co.

... Marc Jacobs trotz begeisterter Kritik 1993 vom Label Perry Ellis gefeuert wurde? Seine berühmte Grunge-Kollektion traf den Geschmack der Kunden des Labels nicht.

Alles, was du über das Modedesign Studium wissen musst

Studieninhalte

Im Modedesign Studium wirst du zum einen mit dem Zeichnen und Schneidern eigener Designs vertraut gemacht, zum anderen werden dir auch theoretische Inhalte, wie z.B. die Modetheorie, vermittelt. Der Studiengang Modedesign vermittelt dementsprechend alle Kenntnisse, die man zur Konzeption, Realisation und Visualisierung von Mode benötigt. Dazu gehören zum Beispiel folgende Studieninhalte:

  • Skizzierungstechniken und Modellentwicklung
  • Illustration und Bildbearbeitung 
  • Design- und Modetheorie 
  • Bekleidungskonstruktion
  • CAD/Modezeichnen
  • Produktmarketing und Werbetheorie
  • Farblehre
  • Erstellung und Präsentation einer gesamten, eigenen Kollektion

Wichtig zu beachten: Die genauen Inhalte variieren von Hochschule zu Hochschule. Dennoch vermittelt diese Auflistung einen ersten Überblick über die Vorlesungsinhalte.

Ein Modedesign Studium ist zudem sehr praktisch angelegt. Die Studierenden verbringen viel Zeit in den Werkstätten der Hochschule und schneidern, zeichnen und entwerfen. Oft wird im Rahmen der Bachelorarbeit sogar eine eigene Kollektion entworfen, die in Verbindung mit einer Präsentation den Studienabschluss besiegelt.

Eine Abschluss-Modenschau kann zum Beispiel so aussehen:

Voraussetzungen

Von der Entwicklung des Modells eines Kleidungsstücks bis hin zur Kreation einer Kollektion – im Modedesign Studium wirst du viel mit Schere, Papier, Bleistift, Nähnadeln und Stoffen arbeiten. Und genau auf diese Kreativität und dein handwerkliches Geschick achten die Hochschulen schon bei der Bewerbung. Du musst also sowohl formale Voraussetzungen erfüllen als auch persönliche.

Bachelor

Master

Ausbildung: Möchtest du eine Ausbildung in Modedesign an einer Modeschule machen, reicht häufig die mittlere Reife. Eine Kreativmappe ist aber auch hier Voraussetzung.

Die Mappe

Eine Mappe, also eine Sammlung von Zeichnungen und Ideen, die dein modisches Verständnis und deine Kreativität zum Ausdruck bringen soll, ist immer Teil des Bewerbungsverfahrens – egal, ob du dich bei einer Hochschule oder Modeschule, einer staatlichen oder privaten Einrichtung bewirbst. Wie eine solche Mappe aussieht, welchen Umfang sie hat und wie du eine perfekte Mappe erstellst, zeigen wir dir hier:

Die Mappe

Persönliche Voraussetzungen

Für ein Modedesign Studium brauchst du Talent! Und dazu gehören zwei Dinge: Kreativität und handwerkliches Geschick. Ein Kopf voller Ideen reicht nicht aus, auch der Umgang mit Schneiderwerkzeugen muss sitzen. Ein gutes Vorstellungsvermögen und Zeichenkünste sind ebenfalls wichtig. Bringst du diese Eigenschaften mit, dürfte nichts mehr schief gehen. Allerdings: Du brauchst auch Disziplin und Durchhaltevermögen und solltest kritikfähig sein. Denn du musst dich darauf einstellen, dass nicht jeder von deinen Ideen und Designs begeistert ist – Rückschläge gehören einfach dazu.

Dauer und Verlauf

Bachelor

  • Dauer: 6 - 8 Semester
  • Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.)
  • Unternehmensprojekte und Praktika üblich

Master

  • Dauer: 2 - 4 Semester (je nach Bachelorvorbildung)
  • Abschluss: Master of Arts (M.A.)
  • teilweise externes Semester an einer anderen Hochschule oder in einem Unternehmen/bei Künstlern möglich

Studienformen

Modedesign kannst du nur in Vollzeit studieren. Natürlich kannst du auch nebenbei arbeiten, aber wenn du in der Regelstudienzeit fertig werden willst, reicht die Zeit nur für einen Nebenjob. Wenn du bereits berufstätig bist oder in Teilzeit arbeiten willst, kannst du natürlich das Studium verlängern, um mehr Zeit für Arbeit zu haben. Ein klassisches berufsbegleitendes Studium, wie ein Abendstudium oder Fernstudium, ist im Bereich Modedesign aber nicht möglich.

Karriere nach dem Modedesign Studium

Es liegt auf der Hand: Wer Modedesign studiert, will Modedesigner werden. Doch wo kommen diese überall zum Einsatz? Zum einen kannst du dich natürlich selbstständig machen, eine eigene Marke gründen und deine Designs selbst verkaufen, beispielsweise online oder in einem eigenen Laden. Das ist sicherlich der Traum vieler Designer. Dass das sofort nach dem Studium klappt, ist allerdings eher unrealistisch (wenn auch nicht völlig unmöglich). Du kannst deine Designs und Produktlinien aber auch Modemarken anbieten, die diese dann unter deinem oder ihrem Label vertreiben.

Die eigenen Designs im Laden wiederfinden, geht auch in einer Festanstellung. Viele Absolventen fangen nach dem Studium als Junior-Designer in der Modeindustrie an. Das heißt du konzipierst Designs für eine Modemarke oder bist Teil eines Design-Teams. Häufig ergeben sich schon während des Modedesign Studiums erste Kontakte zu Mode- und Bekleidungsherstellern, zum Beispiel im Rahmen eines Praxisprojekts oder Praktikums.

Aber nicht nur die klassische Mode bietet Karriereoptionen. Auch Theater, Opern, Film- und Fernsehproduktionen brauchen Kostümdesigner. Des Weiteren kannst du mit deinem Know-how über Trends, Materialien und Modetechnik sowie deiner Kreativität auch in Bereichen arbeiten, wo es um Modedesign geht, aber Mode nicht selbst entworfen wird. Das passiert beispielsweise in Mode-Redaktionen von Zeitschriften, Magazinen und Webseiten, Trendbüros, bei Eventveranstaltern von Modemessen oder Modeschauen sowie in der Beratung von Kunden.

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Lerne weitere Berufe aus der Modebranche kennen. In unserer Rubrik Berufswelt stellen wir dir zahlreiche Berufe vor, die man nach dem Mode Studium machen kann.

Berufe in der Modewelt

Gehalt

Modedesigner machen sich oft selbstständig mit einem eigenen Label. Manchmal erfolgreich, manchmal weniger. Die Einnahmen schwanken und sind sicherlich nicht immer gleich. Fest angestellte Modedesigner haben es da einfacher: Sie beziehen jeden Monat ein festes Gehalt. Wer ganz frisch dabei ist, muss teilweise mit 2.000 Euro (brutto) im Monat auskommen, oft liegt das Gehalt aber bei rund 3.000 Euro (brutto). Steigerungen sind im Laufe des Berufslebens zu erwarten, vor allem, wenn man Führungsverantwortung bekommt oder in großen Unternehmen arbeitet. 4.000 Euro (brutto) können dann auch mal drin sein. Natürlich gibt es auch noch einige Spitzenreiter, die deutlich darüber verdienen – bis dahin ist es aber ein langer Weg. 

Damit du dir einen Eindruck von Gehaltszahlen von Modedesignern machen kannst, haben wir Zahlen für dich recherchiert: 

Beruf:Geschlecht, Alter:Unternehmensgröße:Monatsgehalt (brutto):
Modedesignerinw, 30 Jahreklein2.794 €
Modedesignerm, 35 Jahreklein2.522 €
Junior-Textildesignerinw, 28 Jahreklein2.250 €
Textildesignerinw, 42 Jahre sehr groß4.754 €
Textildesignerinw, 32 Jahresehr groß3.675 €
Head of Design Modew, 46 Jahregroß8.637 €
Modenäherinw, 29 Jahreklein2.040 €
Maßschneiderinw, 45 Jahreklein2.350 €
Kostüm-Schneiderinw, 48 Jahreklein2.734 €
Fashion Stylistinw, 27 Jahreklein1.891 €
Fashion Stylistinw, 48 Jahregroß2.932 €

Quelle: Gehalt.de
Unternehmensgröße: 1-20 Mitarbeiter = klein | 21-100 Mitarbeiter = mittel | 101-1.000 Mitarbeiter = groß | > 1.000 Mitarbeiter = sehr groß

Bitte beachte, dass es sich hierbei nur um Beispiele handelt. Abweichungen nach oben und unten gibt es immer.

Noch mehr Gehälter?

In unserem großen Gehaltsartikel erläutern wir dir, was man in der Modebranche verdienen kann und vor allem, wovon die konkrete Gehaltshöhe abhängen kann.

Gehalt in der Modebranche

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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