Duales Studium Mode: Der Überblick

Du möchtest Mode dual studieren? Aber in welche Richtung soll dein Studium gehen – eher betriebswirtschaftlich orientiert oder bist du eher technisch begabt? Wer ein duales Studium im Bereich Mode sucht, hat unterschiedliche Optionen zur Auswahl. Bei uns erfährst du, was man im Bereich dual studieren kann und alles über Voraussetzungen, Gehalt und Partnerunternehmen.

Das sind die dualen Mode-Studienoptionen

Bist du eher BWLer oder Ingenieur? Je nach Interesse ist für dich ein anderes duales Mode Studium interessant. Falls du die Grundlagen dieses Studienmodells schon kennst und dich direkt auf die Details stürzen möchtest, sind unsere großen Ratgeberartikel zu den einzelnen Studiengängen für dich interessant:

Icon mit Laptop, auf dessen Bildschirm ein Diagramm zu sehen ist

Duales Studium
Textil-/Modemanagement

Wie funktioniert die Logistik? Wie kalkuliert man Preise für Kleidungsstücke? Und wie betreibt man Modemarketing? All das und viel mehr lernst du im dualen Studium Textilmanagement oder Modemanagement.

Zum Studiengang

Icon mit Textilmaschine

Duales Studium
Textil- & Bekleidungstechnik

Hier geht es um alle technischen Einrichtungen und Verfahren zur Erzeugung von Textilien – von Nähmaschinen zu Textilveredelungen. Dieses duale Studium hat viel mit Ingenieurwesen, Technik und Maschinen zu tun.

Zum Studiengang

Icon mit Schere und Garnrolle

Duales Studium
Modedesign

Wir müssen dich enttäuschen. Zurzeit gibt es keinen dualen Studiengang im Bereich Modedesign. Dieses kreative Studium wird nur als klassisches Vollzeitstudium – oder alternativ als Ausbildung – angeboten.

zum Vollzeit-Studium

Zwei Dinge brauchst du immer für ein duales Studium: Ein Partnerunternehmen und eine Akademie oder Hochschule, die den entsprechenden Studiengang durchführt. Wir haben für dich zwei Datenbanken zusammengestellt, in denen sämtliche Hochschulen/Akademien und zahlreiche Firmen mit dualen Mode-Studiengängen aufgeführt sind.

Ein Auszug der Unternehmen

145 Hochschulen

Alle Ergebnisse

Grundlegende Infos: Zeitmodelle und Bewerbung

Ein duales Studium besteht sowohl aus praktischen als auch aus theoretischen Inhalten. Die praktischen Inhalte werden dabei in einem Unternehmen vermittelt, bei dem man sich vorher beworben und erfolgreich das Bewerbungsverfahren durchlaufen hat. Die theoretischen Inhalte lernt man dann an der Berufsakademie oder Hochschule, die in Partnerschaft mit dem entsprechenden Unternehmen das duale Studium durchführt.

Insgesamt gibt es in Deutschland vier verschiedene duale Studienmodelle. Für Schulabgänger sind vor allem die ausbildungs- und praxisintegrierenden Studiengänge interessant. Bei einem ausbildungsintegrierenden dualen (Mode-)Studium absolviert man neben dem Studium auch noch eine Ausbildung im Betrieb. Die Ausbildung schließt meistens mit einem IHK-Abschluss ab, es gibt aber auch noch andere Abschlüsse. So kann man sich zum Beispiel zum Textilbetriebswirt ausbilden lassen und gleichzeitig den Bachelor in Textilmanagement studieren.

Bei einem praxisintegrierenden dualen Studium fällt die Ausbildung weg, sondern der Student ist ähnlich wie ein Langzeitpraktikant oder auch normaler Mitarbeiter beschäftigt. Auch hierfür erhält man natürlich eine Vergütung und meistens zahlt der Betrieb auch die Studiengebühren.

Wer schon eine Ausbildung begonnen hat und sich dann noch akademisch weiterbilden möchte, der kann ein berufsintegrierendes oder ein berufsbegleitendes duales Studium zusätzlich beginnen. Hierbei wird, je nach Variante, die Arbeitsbelastung auf Teilzeit heruntergestuft und in der restlichen Zeit absolviert man ein Fernstudium, unterstützt vom Arbeitgeber.

Zeitmodelle

Da ein duales Studium nicht deutschlandweit einheitlich geregelt ist, gibt es unter anderem unterschiedliche Zeitmodelle.

Zeitleiste eines dualen Blockstudiums

Blockstudium

In den meisten Fällen wird das duale Blockstudium angewendet. Hierbei wechseln sich immer eine Praxisphase im Unternehmen und eine Theoriephase an der Akademie bzw. Hochschule ab. In der Regel ist dafür ein dreimonatiger Rhythmus vorgesehen.

Zeitleiste eines dualen Wochenstudiums

Wochenstudium

Bei einer anderen Variante wechselst du wöchentlich zwischen Theorie und Praxis. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, dass du die ganze Woche arbeitest und das duale Studium berufsbegleitend abends und am Wochenende absolvierst.

Wichtig: Informier dich vor deiner Bewerbung oder dem Unterschreiben eines Arbeits- und Studienvertrags gut über die Bedingungen und den Ablauf des dualen Studiums.

Bewerbung

Es gibt zwei Varianten, sich für ein duales Studium zu bewerben bzw. sich den entsprechenden Studienplatz zu sichern. Allerdings findest du im Bereich der dualen Mode-Studiengänge vor allem diese erstgenannte Variante:

Bewerbung beim Unternehmen

Am Anfang steht hierbei die Suche nach einem passenden Ausbildungs- bzw. Praktikumsbetrieb. Die entsprechenden Stellenanzeigen findet man zum Beispiel über Suchmaschinen wie Google oder entsprechende Jobbörsen wie den Wegweiser-Duales-Studium.de.

Zu den für dich in Frage kommenden Firmen schickst du dann deine Bewerbung, absolvierst Bewerbungsgespräche und Auswahlrunden und erhältst, wenn alles positiv verläuft, deinen dualen Studienplatz. Mit diesem Vertrag wirst du vom Unternehmen in den meisten Fällen direkt an deren Partnerhochschule eingeschrieben, in seltenen Fällen kannst du dir selber eine Hochschule aussuchen.

Bewerbung über die Hochschule

Hierbei bewirbt man sich zunächst bei der entsprechenden Hochschule oder Akademie und sucht zeitgleich bzw. nach Bestätigung über Zulassung zum Studium dann das passende Unternehmen. Dieses Modell ist für viele BWL-Studiengänge, aber nicht so oft für duale Mode-Studiengänge verbreitet.

Vorteile und Nachteile eines dualen Studiums

Mode ist etwas zum Anschauen, Anfassen, Kaufen ‒ sie lebt von der Praxis und prägt zugleich einen der bedeutendsten Wirtschaftszweige. Ob mit stilbewusstem Hintergrund, aus rein pragmatischer Sicht oder für Spezialzwecke (z. B. Berufs- oder Sportbekleidung), der Mensch benötigt etwas zum Anziehen. In diesem Fachgebiet erscheint ein duales Studium aufgrund der großen Praxisnähe besonders sinnvoll. Doch wie bei allen wichtigen Entscheidungen sollten sämtliche Vor- und Nachteile sorgfältig betrachtet und abgewogen werden.

Vorteile

Nähe zur Branche

Dual studieren bedeutet eine hohe Präsenz in Unternehmen ‒ je nach Modell z. B. durch längere Praktika oder eine komplette zusätzliche Berufsausbildung. Dadurch ist die unmittelbare Nähe zur Branche bereits vor dem Abschluss gegeben. Viele Absolventen berichten, dass ihnen das Lernen leicht fällt, da das Wissen sofort konkret umgesetzt wird bzw. theoretische Inhalte auf die im Betrieb gemachten Erfahrungen bezogen werden können. Partnerfirmen des Studiengangs BWL ‒ Handel/Textilmanagement (Anbieter: DHBW Ravensburg) etwa sind der Ansicht, dass das in kurzer Zeit erworbene Branchen-Know-how "deutliche Karrierevorteile im Unternehmen" bringt.

Gute Perspektiven

Durch Gespräche mit Kollegen, Abteilungsleitern, Lieferanten usw. lässt sich schon während des dualen Studiums aktives Networking betreiben. Man hat schnell seinen Fuß in der Tür und wird im Unternehmen und bei dessen Partnern bereits wahrgenommen. Wer mit guten Leistungen, persönlichem Auftreten und Teamgeist punktet, hat unter Umständen schon die spätere Festanstellung in der Tasche. Dies kann sich zwar auch durch ein Praktikum während eines regulären Studiengangs ergeben, doch das duale Studium mit seinen mehrfachen Praxisphasen ermöglicht ein intensiveres gegenseitiges Kennenlernen.

Mehrere Abschlüsse

Bei ausbildungsintegrierenden dualen Studiengängen kannst du neben dem Bachelor-Abschluss einen Titel in einem anerkannten Ausbildungsberuf erwerben. Dieses Format ist in wirtschaftlich-technischen Fachgebieten stark verbreitet. Häufig kann der Studiengang Textil- und Bekleidungstechnik mit einer passenden Berufsausbildung (wie Änderungsschneider) kombiniert werden. Eine weitere Möglichkeit ist, im Paket mit dem Studium ein Traineeprogramm zu absolvieren, zum Beispiel als Textilbetriebswirt.

Gehalt und Ausbildungsvergütung

Die praktische Tätigkeit während des dualen Studiums wird normalerweise vergütet, was einen weiteren Vorteil mit sich bringt: Dank der regelmäßigen Einkünfte lässt sich das Studium oftmals leichter finanzieren als mit z. B. BAföG oder/und Nebenjobs. Da die betrieblichen Aufgaben zum Studium passen (sollten), können Niveau und Bezahlung deutlich höher sein als bei vielen typischen Studentenjobs. Dies ist allerdings häufig Verhandlungssache und hängt von der Art der Praxisanteile ab. Während die Ausbildungsvergütung den gängigen (Tarif-)Verträgen entsprechen sollte, gibt es für ein Praktikum eher eine Aufwandsentschädigung. Ein reguläres Trainee-Jahresgehalt liegt oft im fünfstelligen Bereich. Beim dualen Studium kann der Auszahlungsbetrag allerdings wesentlich niedriger sein, da das Unternehmen i. d. R. bereits die Studiengebühren übernimmt. Ein finanzieller Vorteil bleibt es dennoch.

Nachteile

Weniger Freizeit

Viele Absolventen sind froh, das duale Format gewählt zu haben. Dennoch ist es wichtig, sich vorab genau zu fragen, ob es auch für einen persönlich das Richtige ist. Voraussetzung ist in jedem Fall eine hohe Einsatzbereitschaft: In vergleichsweise kurzer Zeit sind z. B. zwei verschiedene Ausbildungswege zu bewältigen. Das bringt auch ein höheres Lernpensum und weniger Freizeit mit sich. Praxisphasen fallen oftmals in die Semesterferien bzw. vorlesungsfreie Zeit. Daher ist dieses Studienformat besonders für zielstrebige Menschen geeignet, die schnell in das Berufsleben einsteigen möchten.

Bindung an den Betrieb

Dual Studierende gehen ein Vertragsverhältnis mit dem jeweiligen Betrieb ein. In der Regel ist dieser Nachweis eine Zugangsvoraussetzung für das Studium. Es muss also erst ein Partner-/Ausbildungsbetrieb gefunden werden, bevor man sich bei der Hochschule bewirbt. Dies ist dank bestehender Kooperationen meist kein Problem, doch man legt sich damit frühzeitig fest und geht vertragliche Pflichten ein. Auch der Schwerpunkt bzw. Einsatzbereich ist damit schon von vornherein enger gesteckt. Man sollte also schon ziemlich genau wissen, wo die eigenen Prioritäten liegen, wenn man sich für das duale Studium entscheidet. Natürlich ist es grundsätzlich möglich, später durch Einarbeitung, Weiterbildung usw. auch in anderen Bereichen Fuß zu fassen, doch dies kann sich entsprechend umständlicher gestalten.

Begrenztes Angebot

Die Auswahl nicht-dualer Studiengänge ist insgesamt wesentlich größer als beim dualen Format. Besonders im Bereich Mode ist das Angebot dualer Studiengänge noch sehr überschaubar, sodass vielleicht nicht für jeden das Passende dabei ist. Dabei gilt es, die favorisierte Ausrichtung im Auge zu behalten: Wer eher im Bereich Forschung tätig sein und evtl. promovieren möchte, ist an einer Universität oder vergleichbaren Hochschule besser aufgehoben.

Informieren und entscheiden

Wie bei jeder Entscheidung sind auch beim (dualen) Studium persönliche Vorstellungen und Ziele maßgeblich. Aus einem vermeintlichen Vorteil kann dabei ein Nachteil werden und umgekehrt: Jeder Mensch bewertet z. B. einen straffen Zeitplan und betriebliche Bindung auf seine Weise. Es liegt daher an jedem selbst, auf die Frage "Dual studieren ‒ ja oder nein" eine klare Antwort zu finden. Fest steht jedoch: Wenn das duale Studium zum persönlichen Weg passt, ist es ein äußerst attraktives Format mit sehr guten Karriereaussichten.

Informieren und entscheiden

Wie bei jeder Entscheidung sind auch beim (dualen) Studium persönliche Vorstellungen und Ziele maßgeblich. Aus einem vermeintlichen Vorteil kann dabei ein Nachteil werden und umgekehrt: Jeder Mensch bewertet z. B. einen straffen Zeitplan und betriebliche Bindung auf seine Weise. Es liegt daher an jedem selbst, auf die Frage "Dual studieren ‒ ja oder nein" eine klare Antwort zu finden. Fest steht jedoch: Wenn das duale Studium zum persönlichen Weg passt, ist es ein äußerst attraktives Format mit sehr guten Karriereaussichten.

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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