Modeschulen in Deutschland: Ein Überblick

Wer nicht die Voraussetzungen mitbringt, um an einer Uni oder FH Modedesign zu studieren oder dort nicht angenommen wurde, findet eine Alternative bei den zahlreichen Modeschulen in Deutschland. Was genau kann man dort lernen, wo liegen die Unterschiede zu den Hochschulen und wie seriös sind die zahlreichen Anbieter? Wir geben einen Überblick und listen alle Institute auf.

Auflistung der Mode(fach)schulen

Du bist schon ausreichend informiert und suchst direkt die passende Modeschule für dich? Dann recherchier in unserer Datenbank:

Grundlegende Infos zu Modeschulen in Deutschland

Es gibt ein paar Dinge, die man über die zahlreichen Modeschulen wissen sollte, bevor man sich für eine Ausbildung dort entscheidet.

Modeschule ist nicht gleich Modehochschule!

Manchmal werden alle Möglichkeiten für Ausbildung und Studium im Bereich Mode in einen Topf geworfen. Das ist aber nicht richtig. Eine Modeschule ist keine akademische Einrichtung, also keine Hochschule. Die Abschlüsse einer Uni, Kunsthochschule oder Fachhochschule sind immer hochwertiger, auch wenn es einige Modeschulen/Mode-Akademien gibt, die einen sehr guten Ruf in der Wirtschaft genießen. 

Grundsätzlich ist ein akademischer Studienabschluss (Bachelor oder Master) immer die höchste Bildungsstufe (wenn man den Doktor- und Professortitel außen vor lässt), da können die Zertifikate und staatlichen Abschlüsse der Modeschulen nicht mithalten. Das sieht man auch schon an den Voraussetzungen: Wer Modedesign an einer Uni oder FH studieren will, muss in der Regel die Hochschulreife (z.B. Abi, Fachabi) vorweisen (ein paar Ausnahmen gibt es allerdings). An den meisten Modeschulen kann man hingegen schon mit Mittlerer Reife eine Lehre beginnen.

Die Studiengänge bereiten zudem auf eher hochwertigere Berufsfelder, u.a. auch im Management vor, während hingegen die Ausbildungen eher für praxisorientierte Berufe stehen.

Gegenüberstellung von Modehochschule und Mode(fach)schule in den Bereichen Voraussetzung, Aufnahmetest und Abschluss

Damit du uns nicht falsch verstehst: Die meisten Modeschulen und Modefachschulen haben auf jeden Fall ihre Berechtigung. Es gibt viele private und staatliche Anbieter, die eine sehr solide und von Modefirmen anerkannte Ausbildung anbieten und erfolgreiche Modedesigner und Modemanager ausbilden. Aber du musst etwas genauer hinsehen, um bei der Wahl der richtigen Ausbildungseinrichtung die minderwertigen Ausbildungsanbieter herauszufiltern.

Private oder staatliche Modeschulen

Der überwiegende Teil der Modeschulen ist privatwirtschaftlich organisiert, erhält also keine staatliche Förderung und verlangt daher Gebühren. Das ist an sich natürlich völlig in Ordnung, man sollte nur genau hinsehen, ob es sich bei der ausgeguckten Ausbildung wirklich um Qualität handelt oder diese nur einen coolen, attraktiven Namen hat, der möglichst viele Bewerber anziehen soll.

Es ist also sehr wichtig, dass du dich umfassend informierst. Es gibt in Deutschland einige staatliche Modeschulen, aber viel mehr private Anbieter.

Staatlich geprüft – ein Qualitätsmerkmal?

Viele Abschlüsse von Modeschulen nennen sich "Staatlich geprüfter Modedesigner", "Staatlich geprüfter Designer (Mode)" oder ähnlich. Das ist ein Qualitätsmerkmal, denn bei diesen Ausbildungen kannst du dich darauf verlassen, dass die Ausbildungen Ausbildungsordnungen unterliegen und die Prüfung von einer staatlichen Stelle abgenommen wird – das ist auch bei vielen privatwirtschaftlichen Modeschulen der Fall.

Übrigens, die rechtliche Regelung ist bundeslandabhängig. So verfügen Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt über landesrechtliche Ausbildungsverordnungen, die die genaue Abschlussbezeichnung und Prüfung regeln, während die übrigen Bundesländer keine eigene rechtliche Regelung haben. Das heißt aber nicht, dass die Ausbildungen hier schlechter sind, diese orientieren sich dann meistens an der Rahmenvereinbarung über die Berufsfachschulen auf Bundesebene.

Heißt das im Umkehrschluss, dass ein Abschluss ohne die Bezeichnung "staatlich geprüft" oder "staatlich anerkannt" nichts Wert ist?

Nein! Ausbildungsinstitute, deren Abschlüsse nicht staatlich anerkannt sind, haben in der Regel interne Bestimmungen, die sich an anderen Ausbildungsplänen/Studiengänge orientieren. Solltest du dir unsicher sein, ob deine Wunsch-Ausbildung qualitativ ist, erkundige dich doch mal bei der Studienberatungen nach Aufbau, Organisation und Prüfungsmodalitäten. Seriöse Anbieter können dich in dem Fall umfassend informieren. 

Wie finde ich hochwertige/seriöse Modeschulen?

Welche ist die beste Modeschule? Das kann man nicht pauschal sagen. Es kommt grundsätzlich immer auf deine Vorstellungen, dein Können und deine Ziele an. Die beste Modeschule bringt dir nichts, wenn du nicht ehrgeizig bist und über Praktika Berufserfahrung als Modedesigner sammelst.

Es gibt aber natürlich Anhaltspunkte, welche Modeschulen/Modefachschulen bei Unternehmen bekannt sind. Beispiele:

  • Für ihr Buch "Traumberuf Modedesigner" hat Autorin Yasmin Boeck verschiedene Unternehmen zu ihren Erfahrungen befragt. Dort nennt z.B. die Firma Tom Tailor die JAK Akademie als Schule, mit der man gute Erfahrungen gemacht hat.
  • Bei Mode Awards kann man sich umschauen, von welchen Hochschulen und Schulen die Gewinner oder Finalisten kommen. 
  • Weitere Anhaltspunkte geben wir in unserem Artikel zum Thema Ranking.

Nicht zu empfehlen ist die reine Online-Recherche in Foren oder Portalen wie gutefrage.net. Dort kann jeder anonym irgendetwas schreiben, ohne dass die Empfehlungen für Modeschulen oder Warnungen vor ihnen begründet sein müssen. Es gibt auch Fälle, bei denen sich die Anbieter gegenseitig schlechtmachen.

Fazit: Wie du siehst, solltest du schon Mühe in deine Studien- oder Ausbildungswahl stecken. Das individuell für dich richtige Modedesign Studium bzw. die beste Ausbildung an der besten Modeschule oder -hochschule wird dir nicht sofort über den Weg laufen. Daher solltest du dich gut informieren und viel vergleichen.

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